Die Schulterluxation ist die häufigste Gelenkverrenkung. Bei Schulterluxationen – die oft bei jungen Menschen nach einem schweren Trauma oder Sportverletzungen auftreten – besteht die Erstbehandlung in der Reposition des Schultergelenks unter Vollnarkose oder leichter Sedierung (geschlossene Reposition). Eine Schädigung des Labrums – eines Gewebes, das dem Gelenk Stabilität verleiht – während der ersten Luxation kann jedoch bei unzureichender Rehabilitation zu wiederholten Luxationen führen. Wiederholte Schulterluxationen wiederum verursachen Knochendefekte in der Schultergelenkpfanne, was die Behandlung zusätzlich erschwert.
Unser 35-jähriger Patient hatte insgesamt sechs Schulterluxationen erlitten. Daraufhin wurde in einem anderen Zentrum eine arthroskopische Labrumrekonstruktion durchgeführt, jedoch traten die Luxationen nach dem Eingriff drei weitere Male auf. Wir führten bei unserem Patienten die Latarjet-Bristow-Operation, auch bekannt als Latarjet-Operation, durch. Bei diesem chirurgischen Eingriff zur Behandlung rezidivierender Schulterluxationen wird ein Teil des Rabenschnabelfortsatzes (Processus coracoideus) zusammen mit den zugehörigen Muskeln an die Vorderseite der Schultergelenkpfanne (Glenoid) verlagert. Dadurch entsteht ein knöcherner Block, der einer erneuten Luxation des Schultergelenks entgegenwirkt. Sie sehen hier Bilder von der Operation unseres Patienten und den Ergebnissen seiner Rehabilitation nach fünf Wochen.
